Lasagne al forno – Lasagne pasticciate – Lasagne alla casalinga – Pasticcio
Die Lasagne gehört für mich zu den Gerichten, bei denen sich etwas Geduld wirklich auszahlt. Eine gute Lasagne besteht nicht einfach aus Lasagneplatten, Hackfleisch und Käse. Entscheidend sind eine aromatische, kräftig eingekochte Fleischsauce, eine cremige Béchamelsauce und ein Käse, der beim Überbacken eine schöne Kruste bildet.
Für meine Lasagne lasse ich die Bolognese mehrere Stunden langsam köcheln. Das braucht etwas Zeit, sorgt aber für eine wunderbar intensive Sauce und macht aus einem einfachen Nudelauflauf eine richtig gute Lasagne.
Lasagne
Die Geschichte der Lasagne reicht weit zurück. Bereits in der Antike gab es Gerichte aus dünnen Teigfladen, die mit verschiedenen Zutaten kombiniert wurden. Die Lasagne al forno, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich jedoch vor allem in Italien.

So wie wir die Lasagne al forno heute kennen wurde sie in Bologna entwickelt.
Für meine Lasagne bereite ich eine kräftige Bolognesesauce zu, die mehrere Stunden langsam einkocht.
Tag der Lasagne (National Lasagna Day)
Der Tag der Lasagne (National Lasagna Day) findet jedes Jahr am 29. Juli statt. Weitere kulinarische Feiertage findest Du im verlinkten Artikel,
Pasticcio – Pastitsio – Moussaka
Unschwer lässt sich die Ähnlichkeit bzw. Verwandtschaft mit dem Makkaroniauflauf Pasticcio und seinem griechischen Verwandten dem Pastitsio nicht nur wortwörtlich erkennen.

Beim Moussaka werden zwar Auberginen und Zucchini sowie Kartoffeln anstelle der Teigplatten verwendet, die Fleischsauce und die Béchamelsauce sind jedoch nahezu identisch.
Wissenswertes zur Zubereitung
Basis der von mir zubereiteten Lasagne ist ein Rezept aus einem italienischen Kochbuch. Die Sauce wird ähnlich wie bei Spaghetti Bolognese aus kleinen Gemüsewürfeln, mit Zwiebeln, Möhren, San Marzano Dosen Tomaten und Staudensellerie sowie gebratenem Hackfleisch lange geköchelt, bis sie auf die gewünschte Konsistenz einreduziert ist. Sie darf auf keinen Fall zu flüssig sein.
Gemüse anrösten
Durch das scharfe Anbraten der Gemüsestücke und des Tomatenmark in Olivenöl entwickeln sich Röstaromen, durch das lange Köcheln verliert die vorhandene Säure ihre Spitze. Dadurch entsteht zum einen eine leichte Süße und im Wechselspiel zwischen Säure und Süße eine elegante Tiefe.
Karamellisierter Zucker
Wer mag kann dabei, das Gemüse zusätzlich etwas mit Zucker karamellisieren lassen. Auch die nachträgliche Zugabe von braunem Zucker und oder Mehl wird in einigen Rezepten erwähnt. Das eine ist mir zu süß, das andere empfinde ich als Pfusch an der Sauce. Eine Reduktion ist sinnvoller, wenn auch langwieriger – aber genau diese Zeit schmeckt man später.
Knoblauch
Beim Knoblauch scheiden sich die Geister. Für die einen gehört er auf keinen Fall an die Fleischsauce, für die anderen, kann es nicht genug davon geben. Das soll bitte jeder für sich nach seinem Geschmack entscheiden.
Die Béchamelsauce
Bei der Béchamelsauce ist es wichtig, dass keine Mascarpone, Schmand o.ä. als Ersatz dient und, dass ausreichend Parmesan mit rein kommt. Wer es raffiniert machen möchte, verwendet Taleggio als Käse. Diesen sowohl für die Béchamelsauce, als auch zum überbacken.
Alles Käse
Beim Überbacken mit Mozzarella solltest Du auf trockenen Mozzarella zurückgreifen. Mozzarella aus der Lake bringt zusätzliche Flüssigkeit in die Lasagne und kann dafür sorgen, dass sie nach dem Backen wässrig wird.

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Man nehme
(für 4 Portionen)
400 g San Marzano Dosentomaten
600 g Hackfleisch (Rindfleisch oder Halb und Halb)
100 ml Milch
200 ml Rotwein
1 Knoblauchzehe
1 Möhre
2 Stangen Sellerie
1 Zwiebel
300 g Lasagneplatten
4 EL Tomatenmark
1 EL Olivenöl
1 TL Oregano
100 g Parmesan
100 g Mozzarella
Salz und Pfeffer
Zutaten für die Béchamelsauce
25 g Butter
50 g Mehl
0,25 l Milch
50 g Parmesan
1 Prise Muskatnuss
Salz und Pfeffer
Bolognesesauce
Die Fleischsauce bereitest Du am besten am Vortag oder bereits Vormittags vor. Je länger sie Zeit zum Köcheln hat, um so besser wird die Lasagne.
Gemüse vorbereiten
Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und klein hacken. Alles Gemüse waschen, nicht (!) schälen und fein würfeln.
Hackfleisch
Für das Hackfleisch verwende ich ausschließlich Rinderhack. Du kannst aber auch Halb-und-Halb oder Kalbshack verwenden.
Ab an die Pfanne
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch darin goldbraun anbraten. Herausnehmen und im nächsten Schritt das Hackfleisch krümelig braten. Nach dem Braten mit Milch angießen und bei geringer Hitze reduzieren lassen. Das macht die Sauce wunderbar cremig.
Anschließend zusammen mit den Zwiebeln in einen großen Topf geben, die San Marzano Tomaten hinzugeben und langsam erhitzen.
Essig an die Sauce?
Wenn Du einen leckeren süßen Balsamico hast, schadet es nichts davon 1 EL an die Sauce zu rühren. Ist kein Muss, aber der Geschmack wird spürbar anders sein.
In der Pfanne das Gemüse scharf anbraten, Tomatenmark hinzugeben und kurz mit anbraten lassen. – Wenn Du das mit dem karamellisierten Zucker machen möchtest, kommt dieser vor dem Tomatenmark an das Gemüse. – Alles mit Rotwein oder Weißwein (Achtung geändertes Bolorezeptur ab 2023!) ablöschen und etwas einreduzieren lassen.
Mit viel Zeit köcheln lassen
Die Pfanne in den Topf gießen, gut umrühren, mit Salz abschmecken und 2-3 h auf niedriger Temperatur köcheln lassen. Gegen Ende der Garzeit die Hackfleischsauce mit Oregano und Pfeffer abschmecken.

Die Bolognese sollte am Ende dick und cremig sein. Wenn Du mit dem Kochlöffel durch die Sauce ziehst, sollte die entstandene Spur nicht sofort wieder zulaufen.
Béchamelsauce
Die Milch aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur annimmt. Und den Backofen auf 180 °C vorheizen.
30 min vor dem Ende der Saucenkochzeit kannst Du mit der Zubereitung der Lasagneblätter beginnen. Du kannst Dir aber auch Zeit lassen und die Sauce noch etwas reduzieren lassen. Die Lasagneplatten in einem großen Topf mit kochendem Salzwasser bissfest kochen, aber nicht zu weich.
Die Béchamelsauce bereiten wir in einem etwas kleineren Topf zu. Butter schmelzen lassen und das Mehl einsieben und kurz anschwitzen.

Anschließend die zimmerwarme Milch eingießen und mit dem Rührbesen gut verrühren. Es dürfen sich keine Klümpchen bilden. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis die Béchamelsauce dickflüssig ist. Jetzt den geriebenen Parmesan mit einrühren.

In einer Auflaufform kommt als erste Schicht Béchamelsauce hinein.

Der Auflauf
Danach eine Schicht Lasagneplatten sowie eine Schicht Bolognesesauce.

Immer so abwechselnd weiter schichten bis die Form voll ist.

Die letzte Schicht muss eine Béchamelsaucenschicht sein. Jetzt kommt der geriebene Käse darüber.

Wenn Du zwei verschiedene Käse verwendest kommt zuerst der Parmesan, dann der Mozzarella bzw. Taleggio.

Im Backofen mit Ober- und Unterhitze 30 min backen.

Servieren
Vor dem Servieren mit geriebenem Parmesan und etwas frischem Oregano oder gehacktem Basilikum bestreuen.

Varianten
Alternativen
Häufig gestellte Fragen zur Lasagne (FAQ)
Wie lange muss eine Lasagne al forno im Backofen garen?
Bei 180 °C Ober-/Unterhitze benötigt die Lasagne in diesem Rezept etwa 30 Minuten. Da Bolognese und Béchamelsauce bereits fertig gegart sind, muss die Lasagne im Ofen vor allem durchwärmen und eine schöne goldbraune Käseschicht bekommen.
Warum sollte die Bolognese für Lasagne lange köcheln?
Durch das langsame Einkochen wird die Sauce aromatischer und cremiger. Gleichzeitig verdampft überschüssige Flüssigkeit. Eine zu dünne Bolognese würde die Lasagne schnell wässrig machen.
Wie lange sollte die Bolognese für Lasagne köcheln?
Für diese Lasagne solltest Du der Fleischsauce ruhig 2–3 Stunden Zeit geben. Du kannst sie sogar bereits am Vortag zubereiten. Durch das längere Köcheln entwickelt sie mehr Tiefe und eine angenehm konzentrierte Konsistenz.
Kann man die Bolognese für Lasagne am Vortag zubereiten?
Ja, das ist sogar eine gute Idee. Die Bolognese kann am Vortag gekocht und nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Am nächsten Tag lässt sich die Lasagne damit schnell fertigstellen.
Muss man Lasagneplatten vorkochen?
Bei manchen Rezepten kocht man die Lasagneplatten kurz in Salzwasser bissfest vor. Sie sollten dabei nicht zu weich werden, da sie im Backofen noch weitergaren. Je nach verwendeten Lasagneplatten kann das Vorkochen entfallen – beachte dazu die Angaben auf der Packung.
Welche Sauce kommt bei Lasagne zuerst in die Auflaufform?
Bei dieser Lasagne kommt zuerst eine dünne Schicht Béchamelsauce in die Form. Darauf folgen Lasagneplatten und Bolognese. Anschließend werden die Schichten wiederholt.
Was kommt bei Lasagne ganz nach oben?
Die letzte Schicht sollte aus Béchamelsauce bestehen. Darauf kommen Parmesan und Mozzarella beziehungsweise ein anderer geeigneter Käse zum Überbacken. So entsteht eine schön cremige und goldbraune Oberfläche.
Warum wird die Lasagne manchmal wässrig?
Häufig liegt es an einer zu flüssigen Bolognese oder an wasserreichem Käse. Deshalb sollte die Fleischsauce ausreichend reduziert werden. Für die Käsekruste eignet sich trockener Mozzarella besonders gut, weil er weniger zusätzliche Flüssigkeit in die Lasagne bringt.
Welcher Käse eignet sich zum Überbacken von Lasagne?
Parmesan und Mozzarella sind eine klassische Kombination. Für eine etwas raffiniertere Variante kannst Du auch Taleggio verwenden. Wichtig ist, dass der Käse gut schmilzt und nicht zu viel Wasser abgibt. Ich empfehle daher auch den trockenen Mozzarella und nicht den in der Lake.
Kann man Lasagne mit Rinderhackfleisch zubereiten?
Ja. Für dieses Rezept verwende ich Rinderhackfleisch. Alternativ kannst Du auch gemischtes Hackfleisch oder Kalbshack verwenden.
Kann man Lasagne vorbereiten und später backen?
Ja. Du kannst die Lasagne komplett schichten und anschließend bis zum Backen im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Backen sollte sie nicht eiskalt aus dem Kühlschrank in einen sehr heißen Ofen gestellt werden; plane gegebenenfalls etwas zusätzliche Backzeit ein.
Kann man Lasagne einfrieren?
Ja, Lasagne lässt sich sehr gut einfrieren. Am besten portionsweise einfrieren und langsam im Kühlschrank auftauen lassen. Anschließend im Backofen gründlich erwärmen.
Warum kommt Parmesan in die Béchamelsauce?
Der Parmesan gibt der Béchamelsauce zusätzlich Würze und sorgt für einen kräftigeren, herzhafteren Geschmack. In diesem Rezept werden 50 g Parmesan direkt in die fertige Béchamelsauce eingerührt.
Wie wird Béchamelsauce für Lasagne schön cremig und klumpenfrei?
Butter und Mehl zunächst zu einer hellen Mehlschwitze verrühren. Anschließend die Milch nach und nach unter ständigem Rühren dazugeben. So entsteht eine glatte Sauce. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und Parmesan unterrühren.
Welche Gewürze passen zu Lasagne al forno?
Salz, Pfeffer und Oregano bilden eine gute Grundlage. Auch Muskat in der Béchamelsauce gehört für mich unbedingt dazu. Je nach Geschmack kannst Du die Bolognese zusätzlich mit Knoblauch oder frischen Kräutern verfeinern.
Wie viele Schichten sollte eine Lasagne haben?
Eine feste Anzahl gibt es nicht. Entscheidend ist, dass Bolognese, Lasagneplatten und Béchamelsauce gleichmäßig verteilt werden und die letzte Schicht aus Béchamelsauce besteht.
Wie lange sollte Lasagne nach dem Backen ruhen?
Lass die Lasagne am besten einige Minuten stehen, bevor Du sie anschneidest. Dadurch können sich die Schichten etwas setzen und die Lasagne lässt sich besser portionieren.
Was passt zu Lasagne al forno?
Ein grüner Salat oder ein italienischer gemischter Salat sind ideale Begleiter. Da die Lasagne selbst bereits recht reichhaltig ist, braucht es keine weitere große Beilage.
Was bedeutet „al forno“ bei Lasagne?
„Al forno“ bedeutet auf Italienisch „aus dem Ofen“. Eine Lasagne al forno wird also geschichtet und anschließend im Backofen gebacken. Die Kombination aus Pasta, Sauce, Béchamel und Käse sorgt dabei für die typische cremige Konsistenz und die goldbraune Oberfläche.
Was ist der Unterschied zwischen Lasagne und Lasagne al forno?
Lasagne bezeichnet grundsätzlich das Gericht aus geschichteten Lasagneplatten und verschiedenen Füllungen. „Lasagne al forno“ bezeichnet die im Ofen gebackene Variante. Die klassische Lasagne al forno wird häufig mit Fleischsauce, Béchamelsauce und Käse zubereitet.
Bezugsquellen
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Fragen und Anregungen bitte an: wirtz@lecker-wirtz.de
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