Currywurst mit selbstgemachter Currysauce

Currywurst mit selbstgemachter Currysauce

Currywurst gehört für mich zu Deutschland wie Pommes zum Imbiss und ein kühles Bier zur Currywurst. Ob am Berliner Kiosk, an der Ruhrpott-Bude oder irgendwo auf dem Weg nach Hause – kaum ein anderes Gericht verbindet Imbisskultur, Regionalstolz und schnelle Küche so wunderbar miteinander.

Dabei ist die Currywurst eigentlich erstaunlich unkompliziert: eine gute Wurst, eine kräftige Currysauce und ordentlich Currypulver darüber. Das eigentliche Geheimnis steckt für mich in der Currysauce. Selbstgemacht schmeckt sie frischer, lässt sich nach dem eigenen Geschmack würzen und kann von mild und fruchtig bis ordentlich scharf alles sein.

Für die Wurst gehe ich am liebsten zum Metzger meines Vertrauens (MdV). Ob Bratwurst oder Brühwurst, Rostbratwurst oder Krakauer – bei der Currywurst darf man durchaus experimentieren.

Und dann kommt die wichtigste Frage: Schneidet man die Wurst oder bleibt sie am Stück? Auch darüber lässt sich in Deutschland trefflich streiten.

Currywurst – ein deutsches Kultgericht

Die Currywurst ist längst mehr als ein schnelles Essen am Imbiss. Sie gehört zur deutschen Esskultur und hat je nach Region ihre ganz eigenen Regeln.

In Berlin wird traditionell eine Brühwurst verwendet, während im Ruhrgebiet häufig eine gebratene oder gegrillte Bratwurst auf dem Teller landet. Auch bei der Sauce gibt es erhebliche Unterschiede: mal tomatig und mild, mal süß-sauer, mal fruchtig und manchmal so scharf, dass man beim Essen plötzlich sehr aufmerksam wird.

Wer die Currywurst erfunden hat, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Berlin und das Ruhrgebiet haben dazu naturgemäß unterschiedliche Geschichten zu erzählen. Die immer wieder auftauchende Duisburger Geschichte um Peter Johann Hildebrand ist spannend, aber die Beweislage ist nicht so eindeutig, wie man es bei einer solchen Legende gerne hätte.

Siehe dazu auch die Artikel Berliner Currywurst und Duisburger Currywurst.

Vielleicht ist das auch ganz passend: Eine Currywurst braucht keine eindeutige Geburtsurkunde. Sie braucht eine gute Sauce.

Tag der Currywurst

Der 4. September wird in Deutschland als Tag der Currywurst beziehungsweise Currywursttag begangen.

Ein Feiertag, den man kulinarisch durchaus ernst nehmen kann. Schließlich gibt es schlechtere Gründe, den Grill anzuwerfen und eine ordentliche Portion Currywurst auf den Teller zu bringen.

Mehr kulinarische Feiertage findest Du in meinem Beitrag über die kulinarischen Feiertage.

Meine Currywurst mit selbstgemachter Currysauce

Die Sauce ist schnell gemacht und lässt sich wunderbar an den eigenen Geschmack anpassen. Ich mag sie würzig, leicht süß-sauer und mit einer angenehmen Schärfe.

Mein besonderer Tipp: Ein kleiner Löffel Pflaumen-Chili-Chutney bringt eine fruchtige Tiefe in die Sauce, die erstaunlich gut zur Currywurst passt.

Man nehme

Bratwurst vom MdV in ausreichender Anzahl
250 ml Tomatensauce
1 Zwiebeln
100 g Zucker oder Honig
1-4 Knoblauchzehen
20 ml Sojasauce
50 ml Balsamicoessig oder Weißweinessig
(Chili), (Tabasco)
Lorbeer, Piment, (Kreuzkümmel)
Olivenöl
Salz und Pfeffer
optional Pflaumen-Chili-Chutney

Die Gewürze sind teilweise optional. Gerade bei Chili, Tabasco und Kreuzkümmel kannst Du die Sauce ganz nach Deinem Geschmack einstellen. Auch Ingwer oder Senf können interessante Akzente setzen.

Currysauce zubereiten

Zwiebel klein schneiden und den Knoblauch zerdrücken.

Chili, Lorbeer, Piment und – wenn verwendet – Kreuzkümmel in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten. Dadurch entwickeln die Gewürze ein intensiveres Aroma.

Etwas Olivenöl, Knoblauch und Zwiebel dazugeben und hellbraun anschwitzen. Anschließend aus der Pfanne nehmen.

Nun den Zucker bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen, bis er leicht hellbraun ist. Mit Essig und Tomatensauce ablöschen. Sobald sich der karamellisierte Zucker aufgelöst hat, kommen die restlichen Zutaten und Gewürze dazu.

Die Sauce kurz aufkochen und anschließend bei niedriger Hitze reduzieren lassen, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

Zum Schluss kannst Du die Sauce durch ein Sieb passieren. So wird sie schön glatt und fein.

Noch mehr Tipps und Varianten findest Du in meinem Beitrag Was kann man an Currysauce noch verbessern?.

Was kann man an Currysauce noch verbessern?
Was kann man an Currysauce noch verbessern?

Die Wurst

Welche Wurst auf den Teller kommt, ist letztlich Geschmackssache.

Eine klassische Berliner Currywurst wird mit Brühwurst zubereitet. Für meine Variante nehme ich gerne eine gute Bratwurst vom Metzger. Rostbratwurst, Krakauer oder sogar Chorizo funktionieren ebenfalls hervorragend.

Die Wurst auspacken, gegebenenfalls kurz abspülen und anschließend auf zwei gegenüberliegenden Seiten drei- bis viermal leicht einritzen.

Auf dem Grill bei mittlerer bis mittlerer-hoher Hitze von allen Seiten schön braun grillen. Zuerst kommen die eingeritzten Seiten auf den Rost.

Dabei gilt wie so oft beim Grillen: Man muss seinen Grill kennen.

Hochzeit!

Jetzt kommt der Moment, an dem Wurst und Sauce zusammenfinden.

Beim Berliner Modell bleibt die Wurst am Stück und wird mit Sauce übergossen.

Bei der geschnittenen Variante wird die Wurst in Stücke geschnitten und anschließend mit der Sauce vermischt.

Ich schneide die Wurst klein und lasse sie anschließend noch ein wenig in der Sauce ziehen. Währenddessen kann ich den Tisch decken, die Beilagen fertig machen und – nun ja – vielleicht schon einmal ein Bier trinken.

Diese kurze Ruhezeit lohnt sich. Die Röstaromen der Wurst verbinden sich mit der süß-säuerlich-würzigen Sauce und genau daraus entsteht für mich der eigentliche Currywurst-Moment.

Anrichten und Servieren

Die Currywurst auf einem Teller oder in einer klassischen Schale anrichten, großzügig mit Sauce überziehen und zum Schluss noch etwas Currypulver oder Hot-Curry darüberstreuen.

Currywurst mit selbstgemachter Currysauce
Currywurst mit selbstgemachter Currysauce

Dazu passen Pommes Frites, Brot oder ein Rheinischer Kartoffelsalat.

Und natürlich: ein kühles Bier.

Im Artikel Currysauce findest Du viele weitere Anregungen sowie Tipps und Tricks.

Currywurst-Varianten

Wenn Du nach der klassischen Currywurst Lust auf etwas Abwechslung hast, gibt es bei Lecker-Wirtz inzwischen einige Varianten zu entdecken:

Wer tiefer in die Welt der Currysaucen einsteigen möchte, findet in meinem Beitrag Currysauce weitere Rezepte und Ideen.

Dazu passt hervorragend das Lied von Herbert Grönemeyer „Currywurst“


Currywurst und Imbisskultur

Die Currywurst gehört für mich untrennbar zur deutschen Imbisskultur. Genau diesem Thema widme ich inzwischen auch meine virtuelle Imbiss-Leckeria Wirtz.

Dort geht es nicht nur um Currywurst und andere Imbissgerichte, sondern auch um die Geschichten, Sprüche und kleinen Erlebnisse, die zu einer guten Imbissbude einfach dazugehören.

Zur Imbiss-Leckeria Wirtz

Imbiss-Leckeria Wirtz bald
Imbiss-Leckeria Wirtz bald

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Currywurst

Was macht eine gute Currywurst-Sauce aus?

Eine gute Currysauce sollte ausgewogen sein: süß, sauer, würzig und – je nach Geschmack – scharf. Frische Zutaten wie Zwiebeln und Knoblauch sorgen für Tiefe, während Essig, Zucker oder Honig und Curry das typische Geschmacksbild erzeugen.

Welche Wurst eignet sich am besten für Currywurst?

Das hängt von der regionalen Variante und Deinem persönlichen Geschmack ab. Brühwurst passt zur klassischen Berliner Currywurst, während eine gegrillte Bratwurst besonders gut mit einer kräftigen Sauce harmoniert. Auch Rostbratwurst, Krakauer oder Chorizo lassen sich verwenden.

Wie bekomme ich die Currysauce schön aromatisch?

Gewürze kurz anzurösten, bevor sie in die Sauce kommen, verstärkt ihr Aroma. Auch karamellisierter Zucker sorgt für zusätzliche Tiefe. Anschließend sollte die Sauce bei niedriger Hitze etwas einkochen.

Wie scharf sollte eine Currywurst sein?

So scharf, wie Du sie magst. Chili und Tabasco lassen sich sehr gut dosieren. Für eine fruchtige Schärfe kannst Du auch ein Pflaumen-Chili-Chutney oder eine Mango-Currysauce ausprobieren.

Schneidet man die Currywurst oder lässt man sie am Stück?

Beides ist richtig. Bei der Berliner Variante bleibt die Wurst häufig am Stück. Bei der geschnittenen Variante wird sie in mundgerechte Stücke geteilt und mit der Sauce vermischt.

Welche Beilagen passen zur Currywurst?

Klassisch sind Pommes Frites und Brot. Aber auch Kartoffelsalat passt hervorragend. Wer es etwas ungewöhnlicher mag, kann Currywurst beispielsweise mit Bulgursalat oder Süßkartoffel-Pommes servieren.

Wie lange hält selbstgemachte Currysauce?

Eine selbstgemachte Currysauce ohne Konservierungsstoffe sollte gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Tage verbraucht werden.

Warum lässt Du die Currywurst noch in der Sauce ziehen?

Weil sich dadurch die Röstaromen der Wurst besser mit der Sauce verbinden. Ein paar Minuten reichen schon aus – die Currywurst muss schließlich nicht stundenlang meditieren. 😉

Gibt es einen Weltcurrywursttag?

Der 4. September wird in Deutschland als Tag der Currywurst begangen. Da Deutschland vermutlich das einzige Land ist, in dem Currywurst gegessen wird und die Currywurst schließlich auch aus Deutschland stammt, könnte man schon von einem Weltcurrywursttag sprechen. Offiziell ist es allerdings nur der deutsche Currywursttag.

Auf jeden Fall ist es ein ziemlich guter Anlass, den Grill anzuwerfen und eine Currywurst zu machen.

FAQ – häufig gestellte Fragen


(Ursprünglich stammt der Artikel aus 09/2020 und wurde zwischendurch immer wieder ergänzt und erweitert. Überarbeitung und Neuveröffentlichung am 4.9.2027)

Bezugsquellen

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Fragen und Anregungen bitte an: wirtz@lecker-wirtz.de

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Currywurst mit selbstgemachter Currysauce ist so einfach, das Geheimnis liegt in der Sauce.


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