Mejillones a la marinera sind Miesmuscheln in einer würzigen Sauce aus Weißwein, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Tomate. Miesmuscheln kommen in Spanien insbesondere von der Atlantikküste und aus der Gegend der Rías Baixas. Dort gehören sie seit Jahrhunderten zur regionalen Küche und sind heute eines der wichtigsten Produkte der galicischen Meeresfrüchtekultur. Die Tradition des Muschelessens in Galicien reicht archäologisch sogar bis in die Zeit vor den Römern zurück.
Infos zum Rezept Mejillones a la marinera
A la marinera
Der Begriff „a la marinera“ bedeutet zunächst schlicht „nach Art der Seeleute“ oder „Seemannsart“. Es handelt sich weniger um eine exakt definierte Sauce als um eine ganze Familie von Zubereitungen, die gut zu dem passen, was Küstenküchen traditionell zur Verfügung hatten: Zwiebeln, Knoblauch, Wein, Olivenöl, Kräuter, etwas Paprika und natürlich den eigenen Sud der Muscheln.
Das Gericht „a la marinera“ ist allerdings größer als nur dieses eine Rezept. Die klassische Salsa marinera wird in Spanien auch zu Almejas, also Venus- oder Teppichmuscheln, serviert. Gerade Almejas a la marinera gelten als besonders typisch für Galicien und die Rías Baixas; dieselbe kulinarische Idee wurde selbstverständlich auch auf Miesmuscheln übertragen.
Die Sauce ist galicische Atlantikküste – der Star kann je nach Verfügbarkeit Muschel, Venusmuschel oder anderes Meeresgetier sein.
Natürlich gibt es auch asturische und kantabrische Varianten. Dort fällt die Sauce teilweise heller aus, während galicische Varianten häufiger mit Paprikapulver und gelegentlich auch mit Tomate zubereitet werden.
Was sind Guindilla
Guindilla ist das spanische Wort für eine Chilischote.
Damit sind meist kleine, längliche, getrocknete oder frische scharfe Chilis gemeint, die der Salsa marinera etwas Schärfe geben. Es ist keine spezielle Sorte,
Als Vergleich für das Rezept kannst Du anstelle der Guindilla je nach gewünschter Schärfe verwenden:
½ getrocknete Peperoncino – guter Ersatz
Chiliflocken – etwa ¼ bis ½ TL
milde rote Peperoni – wenn Du hauptsächlich Aroma, aber wenig Schärfe möchtest
Unterschiede zwischen Mejillones und Miesmuscheln
Mejillones ist das spanische Wort für Miesmuscheln. Während in Deutschland häufig die Europäische Miesmuschel (Mytilus edulis) angeboten wird, stammen die berühmten galicischen Mejillones überwiegend von der Mittelmeer-Miesmuschel (Mytilus galloprovincialis).
Besonders typisch ist die Zucht an den sogenannten Bateas, großen schwimmenden Flößen, von denen lange Seile ins Wasser hängen. In den nährstoffreichen Rías Galiciens wachsen die Muscheln unter günstigen Bedingungen heran und werden häufig besonders groß und fleischig.
Geschmacklich sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Muscheln allerdings weniger eine Frage von „besser oder schlechter“ als von Art, Herkunft, Wasserqualität, Jahreszeit und Zuchtbedingungen.
Mejillones aus Galicien sind dank der Zucht in den Rías Baixas grundsätzlich das ganze Jahr über erhältlich. Besonders fleischig sind sie jedoch häufig in den kühleren Monaten von Herbst bis Frühjahr. Die genaue Qualität hängt dabei vom natürlichen Wachstums- und Fortpflanzungszyklus ab, der sich von Jahr zu Jahr etwas verschieben kann.
Am besten schmecken Miesmuscheln aus der Nordsee traditionell in den kühleren Monaten von Herbst bis Frühjahr. Besonders im Herbst und Winter sind sie häufig schön fleischig und aromatisch.
Gibt es Mejillones auch in Deutschland?
Ja, galicische Mejillones sind auch in Deutschland erhältlich, allerdings deutlich seltener als heimische Miesmuscheln. Frische Muscheln aus Galicien findet man gelegentlich bei gut sortierten Fischhändlern und im Fischgroßhandel. Häufiger sind tiefgekühlte oder bereits zubereitete Mejillones aus Galicien erhältlich.
Wer gezielt nach galicischen Muscheln sucht, kann nach Mytilus galloprovincialis aus Galicien oder Mejillón de Galicia fragen.
Mejillones a la marinera als Tapas
Mejillones a la marinera eignen sich auch hervorragend als Tapas. Dafür werden kleinere Portionen der Muscheln in kleinen Schälchen serviert und großzügig mit der Salsa marinera übergossen.
Dazu passt frisches Weißbrot oder Baguette, mit dem sich die würzige Sauce auftunken lässt. Besonders gut machen sich die Muscheln als Teil einer spanischen Tapas-Auswahl zusammen mit Patatas bravas, Pimientos de Padrón, Oliven, Manchego und etwas Jamón.
Man nehme
für 4 Personen
Zubereitungszeit
1 kg frische Miesmuscheln
200 ml trockenen Weißwein
100 ml Fischfond oder Muschelsud
1 kleine Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Guindilla (Chili)
1 TL Pimentón dulce – Paprikapulver edelsüß
2 EL Tomatenmark
1 EL Weizenmehl
5 Stängel Petersilie
1/2 Zitrone
Olivenöl
Salz und Pfeffer
Die Miesmuscheln zunächst gründlich unter kaltem, fließendem Wasser waschen. Bereits geöffnete Muscheln, die sich beim Antippen nicht schließen, sowie beschädigte Muscheln aussortieren. Den Bart entfernen und die Schalen bei Bedarf mit einem Messer oder einer Bürste säubern.
Die Muscheln in einen großen Topf geben und den Weißwein hinzufügen. Den Topf mit einem Deckel verschließen und die Muscheln bei hoher Hitze etwa 4 bis 6 min garen, bis sie sich geöffnet haben. Dabei den Topf gelegentlich rütteln.
Tipp: Ich koche die Muscheln seit ein paar Jahren im gusseisernen Wok. Das klappt herrvoragend.
Die geöffneten Muscheln aus dem Topf nehmen und warm stellen. Geschlossene Muscheln entsorgen.
Den entstandenen Muschelsud durch ein feines Sieb oder ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb gießen und auffangen.
Die Zwiebel und den Knoblauch sehr fein würfeln. Die Guindilla ebenfalls fein hacken. Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und zunächst die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Knoblauch und Guindilla hinzufügen und kurz mitdünsten.
Das Mehl darüberstreuen und unter Rühren etwa eine Minute anschwitzen. Das Tomatenmark hinzufügen und kurz mit anrösten. Anschließend das Pimentón dulce dazugeben und sofort mit dem Muschelsud ablöschen, damit das Paprikapulver nicht bitter wird.
Die Sauce einige Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen, bis sie leicht sämig wird. Sollte die Sauce zu dick werden, noch etwas Muschelsud hinzufügen.

Die Petersilie fein hacken und den größten Teil unter die Sauce rühren. Mit frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Mit Salz vorsichtig umgehen, da der Muschelsud bereits ausreichend salzig sein kann.

Anrichten und Servieren
Die Miesmuscheln in die Sauce geben und kurz darin erwärmen. Mit der restlichen Petersilie bestreuen und mit Zitronenspalten servieren.

Dazu passt unbedingt frisches Weißbrot oder Baguette, denn die Salsa marinera wäre viel zu schade, um sie auf dem Teller zurückzulassen.
Varianten der Mejillones a la marinera
Mit Tomate
Für eine tomatigere Salsa marinera kannst Du statt 2 EL Tomatenmark etwa 100 ml passierte Tomaten verwenden. Die Sauce wird dadurch fruchtiger und etwas kräftiger. Ein kleiner Schuss Muschelsud sorgt weiterhin für den typischen Geschmack des Meeres.
Mit Pimentón picante
Wer es etwas schärfer mag, kann einen Teil des Pimentón dulce durch Pimentón picante ersetzen. Alternativ sorgt eine zusätzliche Guindilla für mehr Schärfe.
Asturische Variante
In Asturien wird die Sauce häufig etwas heller zubereitet und kommt teilweise mit weniger oder ganz ohne Tomate aus. Weißwein, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie und Muschelsud stehen dann stärker im Vordergrund.
Mit Brandy oder Sherry
Ein kleiner Schuss Brandy oder trockener Sherry kann die Sauce zusätzlich abrunden. Dazu die Zwiebeln und den Knoblauch nach dem Anschwitzen mit einem kleinen Schuss ablöschen und kurz einkochen lassen, bevor Weißwein oder Muschelsud hinzugefügt werden.
Mit Almejas
Die gleiche Sauce passt hervorragend zu Almejas, also Venus- oder Teppichmuscheln. Diese Variante ist in Galicien besonders beliebt und wird ebenfalls als Almejas a la marinera serviert.
Als gemischte Mariscada
Wer es etwas opulenter mag, kann die Miesmuscheln mit Garnelen, Venusmuscheln oder anderen Meeresfrüchten kombinieren. Wichtig ist dabei, die einzelnen Zutaten entsprechend ihrer Garzeit nacheinander in die Sauce zu geben.
Beilagen
Die wichtigste Beilage ist eigentlich selbstverständlich:
Weißbrot oder Baguette
Ein gutes, kräftiges Weißbrot oder ein knuspriges Baguette gehört unbedingt dazu. Die Salsa marinera ist viel zu gut, um auf dem Teller zu bleiben.
Patatas fritas oder Patata bravas
Knusprige, eher dick geschnittene Pommes oder spanische Bratkartoffeln passen hervorragend zu den würzigen Muscheln. Besonders lecker wird es, wenn die Kartoffeln etwas von der Sauce aufnehmen.

Es erinnert an die belgischen und nord-französischen Moules Frites.
Papas arrugadas
Auch kleine, in Salzwasser gegarte Kartoffeln passen gut. Sie sind zwar eher auf den Kanarischen Inseln zu Hause, harmonieren aber ausgezeichnet mit Muscheln und Meeresfrüchten.

Ensalada verde
Ein einfacher grüner Salat mit einem leichten Dressing aus Olivenöl, Essig und etwas Zitrone bildet einen frischen Gegenpol zur würzigen Sauce.
Getränkebegleitung
Albariño
Der Klassiker zu galicischen Miesmuscheln ist ein gut gekühlter Albariño aus den Rías Baixas. Seine frische Säure, Zitrusnoten und häufig leicht salzige Mineralität passen hervorragend zu Muscheln und der würzigen Sauce.
Godello
Etwas kräftiger und voller ist ein Godello aus Galicien oder dem benachbarten Nordwesten Spaniens. Besonders bei einer etwas tomatigeren und würzigeren Variante ist er eine ausgezeichnete Wahl.
Ribeiro
Ein trockener Weißwein aus der Region Ribeiro ist ebenfalls ein sehr passender Begleiter und bleibt dabei ganz in Galicien.
Cerveza – Bier
Auch ein helles, nicht zu bitteres Lagerbier, wie zum Beispiel das Estrella Dammaus Barcelona, passt ausgezeichnet zu Mejillones a la marinera.

Besonders gut funktionieren spanische Lagerbiere oder ein frisches Helles. Bei stärkerer Schärfe durch Guindilla darf das Bier gerne etwas weicher und malziger sein.
Aus der Region stammt das Estrella Galicia, ein kräftigeres Lagerbier mit etwas mehr herbem Geschmack.
Cava
Für einen etwas festlicheren Anlass passt ein trockener Cava überraschend gut. Die feine Säure und Kohlensäure sorgen für Frische und harmonieren besonders schön mit Meeresfrüchten.
Weitere Ideen mit Miesmuscheln
Asiatische Miesmuscheln
Miesmuscheln aus dem Wok – Moules au Wok
Miesmuscheln mit Karotten und Chermoula
Moules crème
Moules crème d’ail – Muscheln in Knoblauchcreme
Moules de bouchot – Pfahlmuscheln aus der Bretagne
Moules frites als Tapas
Moules marinières
Muscheln in Zitronen-Knoblauch-Butter
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zuzu Mejillones a la marinera
Wie erkenne ich frische Miesmuscheln?
Frische Miesmuscheln sollten geschlossen sein oder sich beim Antippen schließen. Beschädigte Muscheln und Muscheln, die dauerhaft geöffnet bleiben, sollten aussortiert werden.
Wie lange müssen Miesmuscheln kochen?
Miesmuscheln benötigen nur wenige Minuten. Sobald sie sich geöffnet haben, sind sie in der Regel gar. Geschlossene Muscheln sollten nach dem Garen entsorgt werden.
Kann ich tiefgekühlte Miesmuscheln verwenden?
Ja, besonders wenn bereits gegarte Muscheln ohne Schale verwendet werden. Geschmacklich und optisch sind frische Muscheln für dieses Gericht jedoch meist die bessere Wahl.
Muss ich die Miesmuscheln vor dem Kochen wässern?
Nein. Die Muscheln sollten gründlich unter kaltem, fließendem Wasser gereinigt werden. Ein längeres Wässern ist nicht erforderlich.
Was mache ich mit dem Muschelsud?
Der beim Öffnen der Muscheln entstandene Sud ist ein wichtiger Bestandteil der Sauce. Er sollte durch ein feines Sieb gegossen werden, damit eventuell vorhandener Sand entfernt wird. Anschließend kann er zum Ablöschen und Verfeinern der Salsa marinera verwendet werden.
Warum sollte man den Muschelsud nicht einfach ungesiebt verwenden?
In den Muscheln oder zwischen den Schalen kann sich Sand befinden. Durch ein feines Sieb oder ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb wird der Sud klarer und frei von Sand.
Kann ich Mejillones a la marinera vorbereiten?
Die Sauce lässt sich gut vorbereiten. Die Muscheln sollten jedoch möglichst frisch gegart und erst kurz vor dem Servieren in der heißen Sauce erwärmt werden. So bleiben sie saftig und werden nicht zäh.
Wie lange halten sich gegarte Miesmuscheln?
Gegarte Muscheln sollten möglichst am selben Tag gegessen werden. Im Kühlschrank können sie gut abgedeckt und gekühlt noch bis zum nächsten Tag aufbewahrt werden. Beim erneuten Erwärmen sollten sie vollständig erhitzt werden.
Kann ich die Sauce ohne Tomate zubereiten?
Ja. Es gibt zahlreiche Varianten von Mejillones a la marinera, bei denen die Sauce ohne oder nur mit sehr wenig Tomate zubereitet wird. Dann stehen Weißwein, Muschelsud, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie und Paprikapulver stärker im Vordergrund.
Was passt außer Weißbrot zu Mejillones a la marinera?
Sehr gut passen Patatas fritas, kleine Salzkartoffeln oder ein einfacher grüner Salat. Trotzdem bleibt ein gutes Stück Weißbrot die wahrscheinlich beste Möglichkeit, auch den letzten Rest der Sauce aufzunehmen.
Bezugsquellen
Moules-Töpfe

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Pimenton de la vera

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