Eine gut gebratene Entenbrust gehört für mich zu den einfachsten und gleichzeitig beeindruckendsten Fleischgerichten. Außen eine knusprige, goldbraune Haut, darunter zartes und saftiges Fleisch – mehr braucht es eigentlich nicht.
Der wichtigste Trick liegt dabei nicht in einer komplizierten Marinade oder einer geheimen Gewürzmischung, sondern im richtigen Umgang mit dem Fett. Die Haut der Entenbrust enthält reichlich Fett, das langsam ausgelassen werden muss. Erst dann wird sie richtig knusprig.
Bei meiner Entenbrust kamen neben Salz und Pfeffer nur Rosmarin und Thymian zum Einsatz. So bleibt der Eigengeschmack der Ente im Mittelpunkt.
Entenbrust oder Magret de Canard?
Die französische Bezeichnung Magret de Canard wird häufig einfach mit Entenbrust übersetzt. Genau genommen bezeichnet „Magret“ in Frankreich jedoch das Brustfleisch einer speziell gemästeten Ente, die auch zur Foie-gras-Produktion verwendet wird. Der Begriff ist dort sogar rechtlich definiert.
Das Magret ist eng mit der Küche Südwestfrankreichs verbunden. Die heute bekannte Art, die Entenbrust wie ein Steak zu grillen oder zu braten und rosa zu servieren, ist dagegen vergleichsweise modern und wurde im 20. Jahrhundert populär.
Für dieses Rezept kannst Du natürlich auch eine normale Entenbrust verwenden.
Man nehme
für 4 Personen
Zubereitungszeit ca. 30 min
2 Entenbrüste, je ca. 250–350 g
2 Zweige Rosmarin
4–6 Zweige Thymian
Salz und Pfeffer
Optional:
1 Knoblauchzehe
etwas Honig zum Glasieren
Die Haut vorbereiten
Die Entenbrüste zunächst mit Küchenpapier trocken tupfen.

Mit einem scharfen Messer die Haut rautenförmig einschneiden. Dabei unbedingt darauf achten, nicht in das Fleisch zu schneiden.
Durch das Einschneiden kann das Fett beim Braten besser austreten. Gleichzeitig vergrößert sich die Oberfläche der Haut – und genau das sorgt später für eine schöne knusprige Kruste.
Die Fleischseite mit Salz und Pfeffer würzen.

Entenbrust langsam auf der Hautseite braten
Eine Pfanne zunächst ohne zusätzliches Fett erhitzen oder die Entenbrust direkt mit der Hautseite nach unten in eine kalte Pfanne legen und diese langsam auf mittlere Temperatur bringen.
Die Entenbrust braucht kein zusätzliches Öl. Während des Bratens tritt genügend Entenfett aus.
Die Hautseite langsam etwa 8–10 Minuten braten, bis sie goldbraun und knusprig ist. Dabei kann das austretende Fett zwischendurch vorsichtig abgegossen werden.
Das Entenfett auf keinen Fall wegwerfen! Es eignet sich hervorragend für Bratkartoffeln, Röstgemüse oder zum Verfeinern von Saucen.
Rosmarin und Thymian hinzufügen
Wenn die Haut schön gebräunt ist, die Entenbrust wenden.
Jetzt Rosmarin und Thymian mit in die Pfanne geben und die Fleischseite etwa 2–3 Minuten anbraten.
Die Kräuter geben ihr Aroma an das ausgelassene Entenfett ab und sorgen für einen wunderbar mediterranen Duft.
Im Ofen fertig garen
Anschließend die Entenbrust bei etwa 160–180 °C Ober-/Unterhitze im Backofen fertig garen.
Die genaue Garzeit hängt stark von der Größe und Dicke der Entenbrust ab. Bei normalen Entenbrüsten sind etwa 10–15 Minuten ein guter Richtwert.
Am zuverlässigsten ist ein Fleischthermometer. Für eine rosa und saftige Entenbrust werden je nach gewünschter Garstufe häufig etwa 60–65 °C Kerntemperatur als Orientierung genannt.
Wer Geflügel lieber vollständig durchgegart mag, sollte entsprechend höher garen.
Ruhen lassen
Nach dem Garen die Entenbrust 5–10 Minuten ruhen lassen.
Danach erst aufschneiden.
So kann sich der Fleischsaft wieder besser im Fleisch verteilen und läuft nicht sofort beim Anschneiden auf das Schneidebrett. Das Ergebnis bleibt deutlich saftiger.
Die Entenbrust anschließend schräg und gegen die Faser in Scheiben schneiden.
Anrichten und Servieren
Die Entenbrust mit etwas frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen und mit den gebratenen Kräutern servieren.

Zur Entenbrust passen
- Kartoffelgratin
- Kartoffel-Porree-Stampf
- Bratkartoffeln
- Ofengemüse
- Rotkohl
- Rosenkohl
- karamellisierte Möhren
- Selleriepüree
Sehr gut passen auch fruchtige Begleiter wie:
- Pflaumen-Chili-Chutney 🌶️
- Birnen-Chili-Chutney 🍐
- Orangen-Sauce
- Preiselbeeren
- Feigen
Weitere Ideen
Entenbrust auf Salat
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu
Wie wird die Haut der Entenbrust richtig knusprig?
Der wichtigste Schritt ist das vorsichtige Einschneiden der Haut. Dabei darf nicht ins Fleisch geschnitten werden. Anschließend wird die Entenbrust langsam auf der Hautseite gebraten, damit das Fett austreten kann. Erst wenn ausreichend Fett ausgelassen ist, wird die Haut richtig knusprig.
Muss ich zum Braten der Entenbrust Öl verwenden?
Nein. Die Haut der Entenbrust enthält ausreichend Fett. Beim langsamen Braten tritt dieses aus und dient gleichzeitig als Bratfett.
Sollte man Entenbrust in einer kalten oder heißen Pfanne beginnen?
Beides funktioniert. Ich bevorzuge die kalte Pfanne beziehungsweise ein langsames Erhitzen bei mittlerer Temperatur. Dadurch kann das Fett langsam aus der Haut austreten und die Gefahr, dass die Haut außen zu schnell dunkel wird, ist geringer.
Warum wird die Haut der Entenbrust eingeschnitten?
Durch das rautenförmige Einschneiden kann das Fett besser austreten. Außerdem zieht sich die Haut beim Braten weniger stark zusammen. Wichtig ist, nur die Haut und Fettschicht einzuschneiden und nicht in das Fleisch zu schneiden.
Wie lange muss Entenbrust braten?
Die genaue Garzeit hängt von Größe und Dicke der Entenbrust ab. Meist wird sie zunächst mehrere Minuten auf der Hautseite gebraten, kurz auf der Fleischseite angebraten und anschließend im Ofen fertig gegart. Ein Fleischthermometer ist zuverlässiger als eine feste Zeitangabe.
Welche Kerntemperatur sollte Entenbrust haben?
Für eine rosa und saftige Entenbrust werden häufig etwa 60–65 °C als Orientierung verwendet. Wer die Entenbrust vollständig durchgegart bevorzugt, sollte sie entsprechend länger garen. Die Kerntemperatur sollte immer in der dicksten Stelle des Fleisches gemessen werden.
Warum wird meine Entenbrust trocken?
Entenbrust wird meist trocken, wenn sie zu lange gegart wird. Besonders wichtig ist deshalb die Kontrolle der Kerntemperatur. Außerdem sollte die Entenbrust nach dem Garen einige Minuten ruhen, bevor sie angeschnitten wird.
Muss Entenbrust nach dem Braten ruhen?
Ja, das ist sehr empfehlenswert. Eine Ruhezeit von etwa 5–10 Minuten sorgt dafür, dass sich der Fleischsaft besser im Fleisch verteilt. Dadurch bleibt die Entenbrust beim Anschneiden saftiger.
Was mache ich mit dem ausgelassenen Entenfett?
Bitte nicht wegschütten! Entenfett eignet sich hervorragend für Bratkartoffeln, Ofengemüse oder als Grundlage für Saucen. Es kann in einem Glas im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Welche Kräuter passen zu Entenbrust?
Sehr gut passen Rosmarin und Thymian. Auch Salbei, Majoran oder etwas Knoblauch harmonieren hervorragend mit dem kräftigen Geschmack der Ente.
Welche Beilagen passen zu Entenbrust?
Klassische Beilagen sind Kartoffelgerichte, Rotkohl oder Rosenkohl. Sehr gut passen auch Selleriepüree, karamellisierte Möhren oder Ofengemüse.
Welche fruchtigen Beilagen passen zu Entenbrust?
Entenbrust harmoniert besonders gut mit Pflaumen, Orangen, Feigen, Preiselbeeren oder Birnen. Ein fruchtig-scharfes Chutney ist eine tolle Alternative zu klassischen Saucen.
Kann man Entenbrust vorbereiten?
Die Entenbrust kann bereits einige Stunden vorher vorbereitet und die Haut eingeschnitten werden. Gebraten werden sollte sie jedoch möglichst frisch. Reste lassen sich im Kühlschrank aufbewahren und später vorsichtig erwärmen.
Kann man Entenbrust wieder aufwärmen?
Ja, allerdings sollte sie nur vorsichtig erwärmt werden, damit sie nicht trocken wird. Am besten in Scheiben schneiden und bei niedriger Temperatur kurz im Ofen erwärmen.
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